ARC Raiders ist ohne Übertreibung der größte Live-Service-Erfolg zum Start ins Jahr 2026. Laut Daten von SteamDB war der Titel in der Weihnachtswoche (23.–30. Dezember) das bestverkaufte Premium-Produkt auf Steam – noch vor Valves eigener Steam Deck-Hardware und sogar vor Battlefield 6. Parallel dazu zeigt sich eine starke Bindung der Spielerschaft: Innerhalb der letzten 24 Stunden erreichte das Spiel einen Peak von rund 428.000 gleichzeitigen Spielern auf Steam, während Battlefield 6 am Vortag bei etwa 128.000 lag – trotz höherer Gesamtverkäufe.
#SteamTopSellers for week of 23 Dec — 30 December 2025 (No F2P):
— SteamDB (@SteamDB) December 30, 2025
#1 – ARC Raiders
#2 – Steam Deck
#3 – Battlefield™ 6
#4 – Clair Obscur: Expedition 33
#5 – Baldur's Gate 3https://t.co/6vK84D0r1F
Der explosive Start bestätigt frühere Aussagen des Publishers Nexon: ARC Raiders ist der größte Launch in der Unternehmensgeschichte, mit über vier Millionen verkauften Einheiten in den ersten zwölf Tagen. Inzwischen dürfte die Marke plattformübergreifend nahe an die Zehn-Millionen-Grenze heranreichen. Zusätzlich war der Titel 2025 das meistgesuchte Videospiel bei Google und gewann bei den The Game Awards 2025 den Preis für das Beste Multiplayer-Spiel.
Ganz ohne Kontroverse verlief der Erfolg allerdings nicht. Auslöser war die Diskussion um den Einsatz von KI-basierter Text-to-Speech-Technologie, die durch eine kritische Wertung von Eurogamer (2 von 5 Sternen) neu entfacht wurde. Rückendeckung kam unter anderem von Tim Sweeney, CEO von Epic Games, der politische Meinungen eher in Kommentaren als in Reviews verortet sieht. Auch Nexon-CEO Owen Mahoney betonte, dass KI in der Branche längst verbreitet sei – eine Einschätzung, der sich viele Entwickler anschließen.
In einem aktuellen Interview mit GamesBeat meldete sich nun Patrick Söderlund, Gründer von Embark Studios und ehemaliger DICE-Chef, erneut zu Wort. Er fordert eine sachlichere Neubewertung von KI im Spielebereich. Bei Embark gehe es ausdrücklich nicht darum, Arbeitsplätze zu ersetzen. Man arbeite weiterhin eng mit vertraglich gebundenen Sprecherinnen und Sprechern zusammen. KI helfe vor allem dabei, Updates schneller umzusetzen und zeitaufwendige, monotone Arbeitsschritte zu reduzieren – zum Vorteil von Entwicklern und Spielern gleichermaßen.
Söderlund verweist zudem auf die Update-Frequenz früherer Projekte: Der Free-to-Play-Shooter The Finals erhielt seit dem Launch wöchentliche Updates, was ohne moderne Tools, optimierte Pipelines und punktuellen KI-Einsatz kaum realisierbar gewesen wäre. Entscheidend seien jedoch weiterhin Menschen: Kreativität, Design und Entscheidungen ließen sich nicht automatisieren.
Mit rund 350 Entwicklern zählt Embark Studios klar zur Triple-A-Liga – auch wenn die Teams hinter Call of Duty oder Battlefield deutlich größer sind. Der bisherige Erfolg von ARC Raiders zeigt jedoch, dass Größe allein nicht ausschlaggebend ist. Effiziente Prozesse, klare Vision und schnelle Reaktionsfähigkeit scheinen aktuell die entscheidenden Faktoren zu sein.


