Clair Obscur: Expedition 33 zählt zu den Überraschungserfolgen des Gaming-Jahres. Das rundenbasierte RPG des französischen Studios Sandfall Interactive konnte bereits über zwei Millionen Einheiten verkaufen, obwohl es seit Tag eins im Xbox Game Pass verfügbar ist – ein Meilenstein, der sowohl Branchenkenner als auch Spieler überrascht. Trotz vergleichsweise kleinem Budget zeigt das Spiel, wie stark durchdachtes Game-Design und emotionale Storytelling auch ohne Blockbuster-Investitionen funktionieren können.
Der kommerzielle Erfolg von Clair Obscur: Expedition 33 ist bemerkenswert. In Zeiten, in denen viele Studios auf Live-Service-Modelle oder etablierte Marken setzen, beweist dieser Titel, dass auch neue IPs eine breite Zielgruppe begeistern können – selbst dann, wenn sie parallel in einem Abo-Dienst angeboten werden. Das liegt nicht zuletzt am gekonnten Mix aus klassischem RPG-Gameplay, atmosphärischer Inszenierung und emotionaler Tiefe.
Laut einem Interview mit dem französischen YouTuber mistermtv, das von MP1st übersetzt wurde, äußerte sich Sandfall-CEO und Game Director Guillaume Broche zu möglichen Zukunftsplänen. Angesprochen auf eine mögliche Portierung für die kommende Nintendo Switch 2, erklärte er:
Angesichts des Erfolgs verändert sich natürlich die gesamte Perspektive. Es ist noch zu früh, um etwas Konkretes zu sagen, aber plötzlich ergeben sich sehr viele Möglichkeiten – vielleicht sogar zu viele auf einmal. Wir wägen gerade ab, welchen Weg wir einschlagen werden. Aber ja, es ist definitiv etwas, das wir interessant finden.
Ein rundenbasiertes Rollenspiel wie Clair Obscur: Expedition 33 passt hervorragend zur typischen Nintendo-Zielgruppe. Schon heute sind RPGs wie Octopath Traveler, Fire Emblem oder Bravely Default auf der Switch extrem erfolgreich. Eine Portierung auf die Switch 2 – die Gerüchten zufolge über deutlich verbesserte Hardware verfügen wird – könnte also nicht nur technisch möglich, sondern auch kommerziell höchst sinnvoll sein.
Das Spiel basiert auf der Unreal Engine 5, nutzt diese aber laut Entwicklern effizient und ohne übermäßige Systemanforderungen. Dies lässt vermuten, dass die Switch 2 Hardware die Anforderungen durchaus bewältigen könnte – zumal Nintendo und Epic Games traditionell eng zusammenarbeiten, um die UE5 für mobile Konsolen zu optimieren.
Offiziell bestätigt ist bislang nichts. Doch die Aussagen von Broche deuten darauf hin, dass bei Sandfall Interactive hinter den Kulissen aktiv über eine Switch 2 Version nachgedacht wird. Auch Publisher Kepler Interactive, der sich zunehmend als Förderer innovativer Indie Perlen einen Namen macht, könnte ein Interesse daran haben, die Reichweite des Spiels zu erweitern.
Fakt ist: Mit über zwei Millionen verkauften Einheiten, kritischem Lob und einer potenziellen neuen Plattform am Horizont steht Clair Obscur: Expedition 33 vor einer goldenen Zukunft – möglicherweise bald auch auf der Nintendo Switch 2.


