Der erste offizielle Street Fighter Trailer ist da und lässt das Herz von Fans der legendären Kampfspiel-Reihe höher schlagen. Regisseur Kitao Sakurai inszeniert die Adaption von Capcom und Legendary mit einer manischen Energie, die stark an den Vibe von The Eric Andre Show erinnert. Statt auf eine übertrieben ernste Tonalität zu setzen, scheint der Film den absurden, hochstilisierten Charme der Vorlage perfekt einzufangen – inklusive einer Besetzung aus echten Profi-Wrestlern, die den Kämpfen eine physische Wucht verleihen.
Die Geschichte hinter diesem Projekt ist lang: Capcom hat nach Jahrzehnten eher durchwachsener Versuche, ihre IP für das Kino zu adaptieren, endlich einen Weg gefunden, die Essenz des „World Warrior“-Turniers einzufangen. Durch die enge Kooperation mit dem Entwicklerstudio, das für seine legendäre Arcade-Historie bekannt ist, wurde sichergestellt, dass die Ästhetik der Kämpfer nicht nur als oberflächliches Kostüm fungiert, sondern die Dynamik der Spielmechaniken reflektiert. Es ist ein mutiger Schritt, weg vom Blockbuster-Einheitsbrei, hin zu einem visuell eigenwilligen Stil, der die Wurzeln des Genres respektiert.
Besonders erfreulich ist die detailverliebte Umsetzung der ikonischen Kampftechniken. Ob Hadouken, Tatsumaki Senpukyaku, Zangiefs Russian Suplex oder Chun-Lis klassischer Spinning Bird Kick: Die Choreografien wirken wie direkt aus dem Pixel-Code in die Realität übersetzt. Doch der wahre Star des Trailers ist die Dichte an Easter Eggs, die Sakurai über das gesamte Material gestreut hat.
Ein Highlight für Kenner ist die visuelle Anlehnung an den Anime-Klassiker Street Fighter 2: The Animated Movie von 1994, insbesondere bei der Darstellung des Duells zwischen Chun-Li (Callina Liang) und Vega (Orville Peck). Auch der obligatorische Bonus-Stage aus Street Fighter 2, in dem ein Auto zerlegt wird, hat es in die Verfilmung geschafft – hier durch einen wütenden Ken (Noah Centineo) eindrucksvoll in Szene gesetzt. Selbst kleine Details wie Balrogs (50 Cent) „Buffalo“-gebrandete Boxhandschuhe – eine augenzwinkernde Anspielung auf den Namenswirrwarr der US-Version von Street Fighter 2 – zeigen, dass hier echte Fans am Werk waren.
Die neue Street Fighter Verfilmung wird wahrscheinlich genauso polarisierend sein wie der ursprüngliche Versuch mit Jean-Claude Van Damme, das Fighting-Game-Franchise auf die große Leinwand zu bringen.
— Michael McWhertor, Gaming-Redakteur
Musikalisch bleibt es kurios: Der Trailer startet mit einer unveröffentlichten Version von 2Pacs „Ambitionz Az a Ridah“, die in den 1990ern für Mike Tyson produziert wurde, und nutzt später eine Version von 4 Non Blondes’ „What’s Up?“. Letzteres sorgt bei Kennern für ein Schmunzeln, da dieser Song bereits im Trailer zu Resident Evil: Welcome to Raccoon City zum Einsatz kam – ein interessanter Querverweis innerhalb des Capcom-Film-Universums.
Der Film, der am 16. Oktober in die Kinos kommt, scheint trotz seiner wilden Mischung aus Wrestling-Action und Gaming-Referenzen genau den richtigen Ton zu treffen. Während Kritiker noch über die erzählerische Tiefe debattieren werden, dürften die unzähligen Background-Charaktere, die sich wie in den Spielen bewegen, für ein nostalgisches Lächeln sorgen. Bleibt die Frage: Kann der Film auch abseits der zahlreichen Anspielungen eine kohärente Geschichte erzählen, oder wird er an seinem eigenen Fan-Service ersticken? Die Fangemeinde bleibt gespannt, ob Sakurai den Spagat zwischen cineastischem Anspruch und dem puren „Button-Mashing“-Spaß der Vorlage meistern kann.


