Die Final Fantasy VII Revelation physische Edition ist bei Square Enix noch nicht beschlossen, doch Serienleiter Naoki Hamaguchi arbeitet nach eigenen Angaben daran, eine Handelsfassung zu ermöglichen. Der entscheidende Stolperstein scheint nicht allein die fortschreitende Digitalisierung des Markts zu sein: Die Größe des Spiels und die jeweiligen Vorgaben der Plattformbetreiber bestimmen, welches Retail-Format technisch und wirtschaftlich überhaupt realistisch ist. Konkrete SKUs, einen Termin oder eine Form der Verpackung hat Square Enix bislang nicht genannt.
Hamaguchi äußerte sich gegenüber GamesRadar+ während des Final Fantasy XIV Fan Fest der vergangenen Woche. Dort erwähnte Produzent Naoki Yoshida, besser bekannt als Yoshi-P, auch Final Fantasy XVII in einer Art offizieller Bestätigung. Für Revelation wollte Hamaguchi jedoch bewusst keine definitive Zusage machen: Die interne Abstimmung über das exakte Produkt-Line-up laufe noch. Seine Formulierung lässt offen, ob Fans letztlich ein vollwertiges Datenträgerprodukt, einen Download-Code in einer Box, eine Nintendo-ähnliche Key Card oder eine Boot-Disc erhalten.
“Wir führen intern noch Gespräche darüber, wie genau das Produktangebot beziehungsweise die verschiedenen SKU-Versionen von Revelation aussehen werden. Daher kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts wirklich Verbindliches dazu sagen. Ich arbeite jedoch daran, die nötigen Vorbereitungen zu treffen, damit wir zumindest irgendeine Form einer physischen Edition anbieten können.
— Naoki Hamaguchi, Serienleiter
Die Aussage ist ein klares Bekenntnis zum physischen Vertrieb, aber keine Garantie für die klassische Disc-Ausgabe. Hamaguchi rechnet selbst mit erheblichem Fan-Unmut, sollte Square Enix eine physische Fassung ankündigen und später nicht liefern. Zugleich hält er ein dauerhaftes Nebeneinander verschiedener Formate für wahrscheinlich. Das passt zu einem Markt, in dem laut dem Quellbericht CAPCOM digitale Verkäufe bereits als überwiegenden Anteil der Gesamtverkäufe ausweist, während Grand Theft Auto VI auf PlayStation 5, Xbox Series X und Xbox Series S als Code-in-a-Box im Handel erscheinen soll.
Final Fantasy VII Revelation physische Edition und das Speicherproblem
Für die Final Fantasy VII Revelation physische Edition ist vor allem die Datenträgerkapazität eine harte technische Grenze. Hamaguchi nennt ausdrücklich die Speicherlimits von Nintendos Key Cards sowie die Frage, wie viel Inhalt auf Discs anderer Plattformen untergebracht werden kann. Jede Plattform und jeder First Party habe eigene Regeln und Vorgaben; Square Enix müsse daher entscheiden, welches Format dem Spiel am besten gerecht wird. Das ist weniger eine romantische Debatte über Plastikboxen als SKU-Planung unter strikten Spezifikationen – der Endgegner heißt diesmal Kapazitätslimit.
Der Hintergrund ist greifbar: Final Fantasy VII Remake und Final Fantasy VII Rebirth kamen auf PlayStation jeweils mit zwei Discs in den Handel. Revelation soll die größte Spielwelt der Trilogie bieten. Zusätzlich werden bekannte Orte aus Rebirth durch Sephiroths Aktivierung der Black Materia verändert und erweitert. Hamaguchi nannte gegenüber Express Online als Beispiel die weitläufigen, vergleichsweise flachen Grasslands: In Revelation soll ein fliegendes Chocobo neue Orte zugänglich machen und damit ein grundlegend anderes Gefühl für das Gebiet erzeugen.
Neue Quests rund um Menschen, die mit dem am Himmel drohenden Meteor umgehen, sowie weiterer neuer Content sollen die Rückkehr in diese Regionen laut Hamaguchi deutlich von Rebirth abheben. Gerade dieser Ausbau kann jedoch die Installationsgröße weiter steigern. Mehr Spielwelt bedeutet nicht automatisch mehr Disc-Kapazität; offene Gebiete, neue Inhalte und zusätzliche Datenpakete verhandeln nicht mit der Physik.
Hinzu kommen steigende Kosten für physische Waren, die der Bericht mit internationalen Spannungen in Verbindung bringt. Square Enix muss folglich abwägen, wie sich Revelation auf PlayStation 5, Xbox Series X und Xbox Series S als Retail-Version ausliefern lässt, ohne den Preis deutlich anzuheben. Der Bericht verweist außerdem auf die Behauptung, PlayStation werde die Disc-Produktion 2028 beenden – eine Entwicklung, die den Zeitdruck für eine traditionelle Fassung erhöhen würde.
Damit bleibt die Final Fantasy VII Revelation physische Edition eine konkrete Absicht, aber kein festes Produktversprechen. Hamaguchis Aussagen legen nahe, dass Square Enix eine Lösung nahe an den Erwartungen der Fans sucht; ob diese Lösung zwei Discs, eine andere Medienkombination oder lediglich einen Code im Karton umfasst, sollen erst kommende Ankündigungen klären.


