In einer Ära, in der viele AAA-Produktionen sechs bis sieben Jahre Entwicklungszeit verschlingen und Studios oft unter dem Druck aufgeblähter Zeitpläne ächzen, setzt Square Enix mit Final Fantasy VII Revelation ein bemerkenswertes Ausrufezeichen. Während Konkurrenztitel regelmäßig den gesamten Lebenszyklus einer Hardware-Generation für sich beanspruchen, liefert Creative Studio I unter der Leitung von Naoki Hamaguchi eine vollständige, monumentale Trilogie innerhalb von nur zehn Jahren ab. Der für das Frühjahr 2027 geplante Abschluss der Reihe wird auf PC, PlayStation 5, Xbox Series X, Xbox Series S sowie der Nintendo Switch 2 erscheinen und beweist, dass ein straffer Workflow existiert.
Der Erfolg von Final Fantasy VII Revelation ist laut Hamaguchi kein Zufall, sondern das Resultat einer gezielten Strategie zur Mitarbeiterbindung. Durch das Halten des Kernteams über die gesamte Entwicklungsdauer von Final Fantasy VII Remake über Rebirth bis hin zum dritten Teil konnten die bei AAA-Projekten üblichen Reibungsverluste durch Onboarding-Prozesse eliminiert werden. Die Kontinuität im Team ermöglichte einen organischen Wissensfluss, bei dem bereits während der Endphase eines Spiels die konzeptionellen Weichen für den Nachfolger gestellt wurden.
Das ist definitiv wahr, und ich denke, wir wollten auch die Wünsche der Fans erfüllen, den nächsten Titel so schnell wie möglich zu erhalten und die Reise fortzusetzen. In Bezug auf die Entwicklung hatten wir gegen Ende von Remake bereits eine Vorstellung davon, wie Rebirth zu entwickeln ist, und gegen Ende von Rebirth wussten wir, wie wir uns Revelation nähern sollten. Diese konstante Ausrichtung innerhalb der Belegschaft half uns, diesen Entwicklungsfluss über die Jahre aufrechtzuerhalten.
— Naoki Hamaguchi, Director bei Creative Studio I
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Abkehr vom Zwang, das Rad mit jeder Fortsetzung neu erfinden zu müssen. Stattdessen setzt man auf einen iterativen Prozess, bei dem bestehende Systeme verfeinert und sinnvoll erweitert werden – etwa bei der Integration des Highwind-Luftschiffs für das finale Kapitel. Diese Philosophie, die in der Industrie selten geworden ist, erinnert stark an die Arbeitsweise von Segas Ryu Ga Gotoku Studio bei der Like a Dragon-Reihe, die für ihre schnellen Release-Zyklen bekannt ist. Final Fantasy VII Revelation dient hierbei als technisches und organisatorisches Leuchtturmprojekt.
Für Square Enix ergibt sich aus dieser Effizienzsteigerung ein enormes Potenzial für andere Marken. Insbesondere das Kingdom Hearts-Franchise, bei dem ein einzelner Nachfolger oft eine ganze Dekade verschlingt, könnte von einer Adaption dieses Entwicklungs-Pipelines profitieren. Es stellt sich die Frage, ob die Industrie diesen Modus Operandi langfristig adaptieren kann, um die ausufernden Entwicklungszeiten zu stoppen, oder ob die Final Fantasy VII-Trilogie ein isoliertes Exempel bleibt, das von der ohnehin existierenden, über Jahrzehnte gewachsenen Datenbasis profitiert. Die Ankunft von Revelation im Jahr 2027 wird zeigen, ob dieses Modell auch bei anderen AAA-Titeln den gleichen Qualitätsstandard halten kann.


