Der offizielle Release von Forza Horizon 6 steht zwar unmittelbar bevor, doch ein folgenschwerer Fehler in der Steamworks-Publishing-Infrastruktur hat die Vorfreude bei Microsoft und Playground Games in eine handfeste Sicherheitskrise verwandelt. Ein voll spielbarer, DRM-freier Build des heiß erwarteten Titels gelangte vorzeitig an die Öffentlichkeit. Die Reaktion des Publishers fällt dabei drastischer aus, als man es in der Branche üblicherweise gewohnt ist: Microsoft verteilt gegen Nutzer, die den geleakten Build starten, einen lebenslangen Hardware-Ban, der bis zum 31. Dezember 9999 datiert ist – ein Zeitraum von fast 8.000 Jahren.
Was zunächst wie eine überzogene Reaktion klingen mag, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als technologisch konsequente Maßnahme gegen die unbefugte Nutzung. Betroffene Spieler berichten in den sozialen Medien, dass sie unter dem Vorwurf des „Cheating/unallowed modding“ gesperrt wurden. Da es sich um einen Hardware ID (HWID) Ban handelt, ist das betroffene System für das Spiel dauerhaft verbrannt. Eine einfache Neuinstallation von Windows oder ein Account-Wechsel reichen hier nicht aus, um die Blockade zu umgehen.
Die technische Umsetzung macht den Bann zu einer echten Hürde für jene, die sich den ungeschützten Build von Forza Horizon 6 bereits geladen hatten. Um wieder Zugriff auf die Online-Dienste zu erhalten, müssten betroffene Nutzer physisch die Hardware ihres Systems austauschen, namentlich das Motherboard. Da aktuelle Gaming-PCs, die den Titel mit „Extreme RT“-Einstellungen befeuern können, eine erhebliche Investition darstellen, ist der finanzielle Schaden für die Nutzer immens.
Es geht definitiv nicht nur um eine Windows-Neuinstallation. FH setzt HWID-Bans, sodass Cheater auf HWID-Spoofer angewiesen sind oder physisch die Hardware tauschen müssen. HWID-Spoofer sind zudem meist nicht zu 100 Prozent zuverlässig und oft nicht sicher, da Hacker sie meist mit Malware, Keyloggern oder Ähnlichem koppeln, um Daten abzugreifen.
— HatWithoutBand, Reddit-Nutzer
Der Einsatz von HWID-Spoofern, wie er in der Szene als vermeintlicher Ausweg diskutiert wird, birgt laut Experten zudem das Risiko, sich weitere Schadsoftware auf das System zu holen. Es ist eine bittere Lektion: Wer sich Forza Horizon 6 über illegale Wege vorab sichert, riskiert nicht nur seinen Zugang, sondern gefährdet die Integrität seiner gesamten Hardware-Konfiguration. Microsoft zeigt hier keinerlei Kulanz und unterstreicht die Null-Toleranz-Politik gegenüber derartigen Leaks.
Für alle, die auf den offiziellen Release am 19. Mai warten, ist die Lage hingegen unproblematisch. Wer sein Exemplar bereits vorbestellt hat, darf sich bald auf die Straßen Japans begeben, ohne den Bannhammer der Xbox-Sicherheitsabteilung fürchten zu müssen. Bleibt die Frage, ob Microsoft durch diese exzessive Sperr-Praxis zukünftige Leaker tatsächlich abschrecken kann oder ob dies nur zu einer weiteren Eskalationsstufe im ewigen Wettstreit zwischen Publishing-Sicherheit und Dataminern führt.


