Bereits im Oktober tauchte erstmals das Gerücht auf, dass Warhorse Studios an einem Remaster des ersten Kingdom Come: Deliverance arbeitet. Damals war die Informationslage dünn, denn die Hinweise stammten ausschließlich von einer einzelnen Quelle auf Reddit. Der Nutzer bertik11 gilt zwar als jemand, der in der Vergangenheit bereits zutreffende Informationen zu unveröffentlichten Projekten des Studios geteilt hat, dennoch blieb eine gesunde Skepsis angebracht.
Nun hat derselbe Insider seine ursprüngliche Aussage erweitert und erstmals ein konkretes Zeitfenster genannt. Laut seinen aktuellen Angaben soll das Kingdom Come Deliverance Remaster im Februar 2026 erscheinen. Gleichzeitig dämpft er jedoch die Erwartungen deutlich: Spieler sollten nicht mit einem umfangreichen grafischen oder spielerischen Neustart rechnen.
In seinem Beitrag erklärt bertik11, dass es sich nach seinen Informationen hauptsächlich um einen Port der PC-Version auf aktuelle Konsolen handeln soll. Große technische Sprünge, neue Inhalte oder tiefgreifende Gameplay-Überarbeitungen seien demnach nicht geplant. Vielmehr gehe es darum, das ursprüngliche Spiel technisch sauber und zeitgemäß auf Current-Gen-Plattformen verfügbar zu machen – ohne dabei das Fundament des Originals anzutasten.
Eine offizielle Bestätigung steht weiterhin aus. Weder Warhorse Studios noch der Publisher haben sich bislang öffentlich zu einem Remaster geäußert oder entsprechende Pläne angekündigt. Auch nach dem vollständigen Release aller Inhalte von Kingdom Come: Deliverance II herrscht Funkstille, was zukünftige Projekte des Studios betrifft. Damit bleibt das Remaster weiterhin ein unbestätigtes Gerücht, das ausschließlich auf Aussagen eines einzelnen Insiders basiert.
Aus wirtschaftlicher und strategischer Sicht wäre ein solcher Schritt jedoch nachvollziehbar. Kingdom Come: Deliverance II entwickelte sich 2025 zu einem der erfolgreichsten Rollenspiele des Jahres. Der Titel gehörte zu den meistverkauften Neuveröffentlichungen auf Steam, wurde für mehrere Preise nominiert – unter anderem bei den The Game Awards 2025 – und landete auf zahlreichen Bestenlisten. Ein technisch überarbeiteter Erstling könnte neue Spieler abholen und gleichzeitig Veteranen einen erneuten Einstieg ermöglichen.
Genau hier liegt allerdings auch der kritische Punkt. Sollte das Remaster tatsächlich kaum mehr als ein PC-Port sein, wird entscheidend sein, wie Warhorse Studios mit bestehenden Besitzern umgeht. Eine kostenpflichtige Neuveröffentlichung ohne Upgrade-Option oder ein separater Release, den selbst PC-Spieler erneut kaufen müssten, könnte bei der Community auf deutliche Ablehnung stoßen. Gerade Fans, die das Original bereits 2018 gespielt und unterstützt haben, dürften hier sensibel reagieren.
Auch für Neueinsteiger, die erst über den zweiten Teil zur Reihe gefunden haben, könnte ein technisch nur leicht angepasstes Remaster wenig attraktiv wirken – insbesondere dann, wenn Preisgestaltung und Mehrwert nicht klar kommuniziert werden. Umgekehrt bietet ein sauber umgesetzter Current-Gen-Port mit stabiler Performance, kurzen Ladezeiten und moderner Konsolenunterstützung durchaus Potenzial, das Original langfristig zugänglich zu halten.
Bis auf Weiteres bleibt festzuhalten: Das Kingdom Come Deliverance Remaster ist weiterhin nicht offiziell angekündigt. Sollte sich das Gerücht bewahrheiten, dürfte das Jahr 2026 entscheidend dafür werden, wie Warhorse Studios den Spagat zwischen Nostalgie, technischer Modernisierung und Community-Erwartungen meistert.


