Hand aufs Herz, Leute: Als die Meldung reinflatterte, dass an einer filmischen Umsetzung von Elden Ring gebastelt wird, bin ich erst einmal rückwärts vom Bürostuhl gekippt. Und jetzt kommt auch noch die Nachricht aus dem Umfeld von Jordan Reimy, dass Nick Offerman – ja, DER Ron Swanson höchstpersönlich – angeblich Teil des Casts ist? Mein erster Gedanke war: Brauchen wir das wirklich? Aber dann dachte ich an seine Performance als Bill in The Last of Us und wie er uns alle zum Heulen gebracht hat. Der Mann hat schauspielerisches Gewicht, keine Frage. Wenn er jetzt also in die Welt zwischen den Welten eintaucht, stellt sich natürlich sofort die Frage: Wen zur Hölle spielt er? Einen missmutigen Schmied in Limgrave? Oder vielleicht einen dieser mysteriösen, kryptischen NPCs, die dir nur die Hälfte verraten und dann einfach in den Sonnenuntergang verschwinden?
Die Produktion von A24, die angeblich das teuerste Projekt der Indie-Schmiede aller Zeiten werden soll, scheint langsam Gestalt anzunehmen. Dass Alex Garland als Regisseur am Steuer sitzt, gibt mir zumindest Hoffnung. Wenn jemand das nötige Händchen für dystopische, visuell beeindruckende und intellektuell fordernde Stoffe hat, dann er. Die Kombination aus Garland und Offerman hat bereits bei Civil War funktioniert – warum also nicht auch im Zwischenland? Wenn man sich dann noch Gerüchte über Namen wie Cailee Spaeny oder Kit Connor ansieht, merkt man: Hier wird nicht gekleckert, hier wird geklotzt.
Aber kommen wir mal zum Elefanten im Raum: Die Story. Elden Ring ist wie ein Puzzlespiel, bei dem die Hälfte der Teile fehlt und man sich den Rest aus Item-Beschreibungen zusammenreimen muss. Wie will man das in einen Kinofilm pressen? Wenn sie versuchen, eine gradlinige Held besiegt das Böse-Geschichte draus zu machen, haben sie schon verloren. George R.R. Martin ist zwar als Produzent an Bord, was uns eine ordentliche Portion Intrigen und düsterer Weltbeschreibung verspricht, aber die Atmosphäre von FromSoftware-Spielen ist so spezifisch, dass man sie eigentlich nur verlieren kann, wenn man zu viel erklärt.
Vielleicht ist das Geheimnis aber genau das: Die cryptischen Vibes beibehalten, das Tempo rausnehmen und sich auf die Welt konzentrieren, statt auf ein typisches Hollywood-Skript. Wenn Nick Offerman mit seinem stoischen Blick durch die Ruinen der Kirche von Marika stapft, könnte das tatsächlich funktionieren – vorausgesetzt, es gibt keine 08/15-Origin-Story. Wir sind jedenfalls gespannt wie ein Flitzebogen, auch wenn wir erst einmal vorsichtig optimistisch bleiben. 2027 ist noch lange hin, aber wenn A24 das Ding wirklich mit so viel Herzblut angeht, wie sie es bei ihren anderen Perlen getan haben, könnten wir hier tatsächlich eine Videospiel-Adaption bekommen, die nicht nur für die Tonne ist. Bleibt nur zu hoffen, dass sie den Schwierigkeitsgrad nicht per Film-Cut generft haben.


