Seitdem erste Spezifikationen der Nintendo Switch 2 geleakt wurden, stellen sich Fans und Experten die Frage: Wie leistungsstark ist die neue Nintendo-Konsole wirklich? Liegt sie näher an der alten PlayStation 4 oder kann sie mit der aktuellen Xbox Series S mithalten?
Im Rahmen eines Interviews mit dem Entwicklerstudio Virtuos hat Eoin O’Grady, Technical Director bei Black Shamrock (einer Tochterfirma von Virtuos), spannende Einblicke in die Technik der kommenden Nintendo Switch 2 gegeben. Seine Aussagen liefern den bisher wohl detailliertesten Vergleich mit der Konkurrenz.
GPU vs. CPU – So schlägt sich die Switch 2
Laut O’Grady liegt die GPU-Leistung der Switch 2 leicht unterhalb der Xbox Series S, vor allem im Handheld-Modus sei dies spürbar. Doch im Gegensatz zur Series S unterstützt die Switch 2 DLSS (Deep Learning Super Sampling) – eine KI-basierte Upscaling-Technologie von NVIDIA. Dadurch gleichen sich die Grafikfähigkeiten beider Konsolen in der Praxis wieder an.
Auf CPU-Ebene gibt es jedoch deutlichere Unterschiede: Die Switch 2 orientiert sich hier eher an der PlayStation 4, mit einem minimal stärkeren Prozessor. Da moderne Spiele jedoch meist stärker GPU- als CPU-gebunden sind, hängt die Performance letztlich vom konkreten Spiel und der Ziel-Framerate ab.
O’Grady stellt klar: Spiele, die auf der Xbox Series S mit 60 FPS laufen, sollten auf der Switch 2 ohne große Probleme ebenfalls mit dieser Bildrate machbar sein. Auch 30-FPS-Titel, die hauptsächlich GPU-basiert sind, lassen sich gut auf die neue Nintendo-Konsole portieren. Herausfordernder wird es bei Games mit aufwendiger Physik, Animationen oder anderen CPU-intensiven Prozessen – hier sind zusätzliche Optimierungen nötig.
DLSS: Nicht jedes Spiel braucht es – aber viele könnten profitieren
Ein entscheidender Performance-Faktor der Nintendo Switch 2 ist DLSS – doch warum nutzen es bisher so wenige Spiele?
„Bei Titeln wie Mario Kart World oder dem kommenden Donkey Kong Bananza, die auf stilisierte Cartoon-Grafik setzen, ist DLSS oft schlicht nicht nötig“, erklärt O’Grady. Solche Spiele wurden mit der ursprünglichen Switch-Hardware im Hinterkopf entwickelt und erreichen problemlos 60 FPS – ganz ohne KI-Upscaling.
Anders sieht es bei Third-Party-Titeln aus: Ein Spiel wie Cyberpunk 2077 nutzt DLSS bereits auf der Switch 2 und bietet damit eine deutlich bessere Bildqualität als auf der Xbox Series S oder PS4. Trotzdem verzichten viele andere Spiele bislang auf DLSS – warum?
Die Antwort liegt in der Portierung: Entwickler können nicht einfach die PC-Version von DLSS übernehmen. Stattdessen muss die Integration über Nintendos eigene NVN2-API erfolgen. Dieser zusätzliche Aufwand wird laut O’Grady bei manchen Projekten zunächst vermieden oder auf spätere Updates verschoben.


