Onimusha Way of the Sword ist für CAPCOM weit mehr als nur ein weiteres Revival. Mit dem ersten Hauptteil seit Onimusha Dawn of Dreams aus dem Jahr 2006 kehrt die Samurai-Actionserie nach exakt 20 Jahren zurück, diesmal als Singleplayer-Action-Adventure auf Basis der RE Engine. Der Release ist nun für den 4. September 2026 angesetzt, nachdem CAPCOM den zuvor kommunizierten Termin 25. September 2026 überraschend nach vorne gezogen hat. Das wirkt kaum zufällig: Control Resonant und Silent Hill Townfall sollen beide am 24. September erscheinen. Wer im AAA-Kalender überleben will, kämpft eben nicht nur mit Katana, sondern auch mit Terminplanung.
Entwickelt und veröffentlicht wird das Spiel komplett inhouse von CAPCOM. Die Reihe bringt historisch Gewicht mit: Die ursprünglichen Onimusha-Spiele haben zusammen über 9 Millionen Exemplare verkauft. Produzent Akihito Kadowaki sagte, dass viele Mitarbeiter bei CAPCOM die Serie seit Jahren zurückbringen wollten, das Projekt aber erst möglich wurde, als das Team 2020 zusammengestellt werden konnte. Zuvor standen der volle Release-Kalender und der Ressourcenbedarf im Weg.
Genau dieses Schlagwort beschreibt die Struktur von Onimusha Way of the Sword ziemlich präzise. Director Satoru Nihei betont ausdrücklich, dass das Spiel kein Soulslike und nicht Open World ist. Stattdessen folgt die Hauptkampagne einer linearen Struktur, während sich die Gebiete in Kyoto im Verlauf schrittweise erweitern. Nebenaufgaben lassen sich in beliebiger Reihenfolge absolvieren oder komplett überspringen, ohne den Story-Fortschritt zu blockieren. Zusätzlich gibt es keine Points of no Return; bereits gesäuberte Areale wie der Abschnitt im Kiyomizu-dera-Tempel können jederzeit erneut besucht werden.
Was Onimusha Way of the Sword spielerisch und technisch auszeichnet
Die Geschichte ist laut CAPCOM komplett eigenständig und hat keine direkte Verbindung zu früheren Onimusha-Spielen oder zur Netflix-Animationsserie von 2024. Spieler steuern Miyamoto Musashi in einer düsteren Fantasy-Neudeutung des Edo-Zeit-Kyoto. Die Stadt wird von einer verderblichen übernatürlichen Macht namens Malice verschlungen, die Kyoto aus der Welt der Lebenden zieht und dämonische Genma aus der Unterwelt anlockt. Musashi basiert optisch und in seinen Gesten auf Toshiro Mifune; CAPCOM verhandelte dafür rund zwei Jahre mit Mifune Productions, die Einigung fiel laut Nihei ungefähr 2022.
Zu den weiteren Figuren gehören Sasaki Ganryu alias Kojiro Sasaki als wiederkehrender Rivalen-Boss, Izumo no Okuni, Ono no Takamura, die Oni Lady, der Genma-Schöpfer Dokyo mit seinem verborgenen Untergrundlabor unter Kyoto sowie Shuten Doji am Mount Oe. Kadowaki schätzt die Kampagne auf rund 20 Stunden. Wer vorher reinschnuppern will, kann eine kostenlose öffentliche Demo herunterladen. Sie umfasst etwa 30 Minuten aus dem frühen Spiel, inklusive Kiyomizu-dera und einem Duell gegen Sasaki Ganryu, und wurde bereits von über einer Million Nutzern gespielt. Fortschritt wird nicht übernommen, doch nach Abschluss der Demo gibt es im Vollspiel den Bonus Charm Kubi Akari.
Im Kampfsystem setzt CAPCOM voll auf blade-on-blade swordplay und präzises Timing. Musashi nutzt eine einzige Katana statt eines Waffenarsenals. Nihei beschreibt das als bewusste Designentscheidung: nicht Tool-Sammlung, sondern Meisterschaft. Kern des Systems sind Parry, Deflect und Issen. Ein Parry leert gegnerische Stamina schneller und kann Musashi hinter den Gegner versetzen, Deflect wirft Projektile zurück und senkt die Stagger-Leiste, Issen ist der klassische kritische Konterangriff. Dazu kommen Kuzushi Issen beziehungsweise Break Issen gegen taumelnde oder Boss-Gegner sowie Rensa Issen für Kettenexekutionen. Eine On-Screen-Timinghilfe für Issen gibt es absichtlich nicht; nur der Timing-Korridor skaliert mit dem gewählten Schwierigkeitsgrad.
Technisch interessant ist vor allem das free-cut system der RE Engine. Issen-Finisher trennen Gegner nicht über starre vorgefertigte Animationen, sondern entlang der tatsächlichen Klingenbahn. Die Position und der Winkel des finalen Schlages bestimmen also sichtbar, wo ein Gegner geteilt wird. Klingt brutal, ist aber vor allem ein bemerkenswert konkreter Einsatz von Animations- und Trefferlogik. Ergänzt wird das durch Reflex Dodge gauge, Reflex Combo, elementare Effekte auf bestimmten Oni-Armaments und den bekannten Oni Gauntlet. Der absorbiert Seelen besiegter Genma: gelbe Seelen heilen, rote Seelen kaufen Upgrades, blaue Seelen speisen Oni Armaments wie Bogen, Dual-Keulen oder Speer. Mit Oni Vision lassen sich zudem versteckte Feinde, Dämonen und Points of Interest erkennen.
Demo, Editionen und Systemanforderungen von Onimusha Way of the Sword
Onimusha Way of the Sword erscheint für PlayStation 5, Xbox Series S, Xbox Series X, PC über Steam und Epic Games Store sowie Nintendo Switch 2. Letztere Version wurde erst in einer Nintendo Direct im Juni 2026 bestätigt. Enthüllt wurde das Spiel ursprünglich bei den The Game Awards am 13. Dezember 2024. Preislich ruft CAPCOM 79,99 Euro für die Standard Edition, 89,99 Euro für die Digital Deluxe Edition und 99,99 US-Dollar für die Digital Premium Deluxe Edition auf. Die Steam Versionen sind 10 Euro billiger. Alle Editionen inklusive physischer Versionen enthalten als Vorbestellerboni Charm Lion Dog und den Skin Sword Appearance Sealed Curse. Die beiden digitalen Deluxe-Varianten packen zusätzlich Charm White Monkey und Sword Appearance White Lion dazu. Außerdem gibt es eine physische Steelbook Edition für PS5 und Switch 2.
Auf Konsolen zielt das Spiel auf ein klar gestaffeltes Performance-Profil. PS5 und Xbox Series X bieten einen Performance Mode mit 60 fps bei hochskaliertem 4K sowie einen Quality Mode mit hochskaliertem 4K und 30 bis 40 fps. Die Xbox Series S läuft mit 1080p/60 fps im Performance Mode und 1080p/30 bis 50 fps im Quality Mode. Auf der Nintendo Switch 2 zielt CAPCOM auf hochskaliertes 1080p bei 30 fps im TV-Modus und hochskaliertes 900p bei 30 fps im Handheld-Modus, optional mit Variable Framerate zwischen 30 und 40 fps.
Beim PC wirkt die Lage erfreulich stabil. Laut früher Analyse von MxBenchmarkPC lief die Demo auf einer RTX 5080 in nativen 4K mit DLSS Quality im Bereich von 70 fps, ohne Frame Generation, und mit Raytracing sogar im Bereich von 80 fps. Die offiziellen Anforderungen reichen im Minimum von Intel Core i5-8400 oder AMD Ryzen 3 3100 mit GeForce GTX 1660 6GB oder Radeon RX 5500 XT 8GB für 1080p/30 fps auf Low bis zu Intel Core i5-12400 oder AMD Ryzen 7 5700 mit RTX 4070 Ti oder Radeon RX 7900 XT für 4K/60 fps auf Ultra. Pflicht sind in allen vier Tiers Windows 11 64-bit, 16 GB RAM, DirectX 12 und 50 GB SSD-Speicher; eine mechanische Festplatte wird ausdrücklich nicht unterstützt. Upscaling läuft über NVIDIA DLSS 4.5 oder AMD FSR 3.1. Path Tracing gibt es nicht, nur specular ray traced reflections. Auf PC setzt CAPCOM außerdem auf Denuvo anti-tamper technology.
Unterm Strich wirkt CAPCOMs Rückkehr zu Onimusha Way of the Sword bemerkenswert fokussiert: kein Open-World-Overkill, kein Soulslike-Etikett als Marketing-Krücke, sondern ein klar umrissenes Action-Adventure mit technischer Ambition, historisch aufgeladenem Setting und einem Kampfsystem, das erkennbar auf Präzision statt Spektakel per Knopfhagel setzt. Die spannende Frage bis zum 4. September lautet deshalb nicht, ob CAPCOM genug Features eingebaut hat, sondern ob diese sehr bewusste Reduktion auf eine Katana-Meisterschaft das 20 Jahre wartende Publikum genauso überzeugt wie die bereits von über einer Million Spielern getestete Demo.
Onimusha: Way of the Sword
Ein Singleplayer-Action-Adventure in einer düsteren Fantasy-Version von Kyoto. Spieler kämpfen als Miyamoto Musashi mit präzisem Schwertkampf, Oni-Kräften und linearen, aber erweiterten Erkundungsgebieten gegen Genma-Dämonen.


