Ein Persona 2 Remake Atlus ist nach Aussagen von Wada Kazuhisa zumindest ein klarer persönlicher Wunsch des Produzenten von Persona 4 Revival. Im Gespräch mit GamerBraves wollte Kazuhisa keine konkrete Produktion bestätigen. Seine Wortwahl zeigt dennoch, dass Atlus die frühen Serienteile nach Persona 3 Reload, Persona 4 Revival und Persona 6 zumindest als mögliche nächste große Baustelle wahrnimmt. Gerade diese Baustelle hätte jedoch einige besonders widerspenstige Altlasten im Gepäck.
Persona 4 Revival setzt Atlus’ Remake-Kurs fort, der 2024 mit Persona 3 Reload sichtbar wurde. Ein zeitnahes Remake von Persona 5 liegt angesichts seines modernen Alters weniger nahe. Die Reihe könnte also weiter in ihre Vergangenheit schauen: auf das erste Persona sowie Persona 2: Innocent Sin und Persona 2: Eternal Punishment. Wada Kazuhisa nennt keinen Zeitplan, keine Plattformen und keine konkreten Teams für ein solches Vorhaben.
“Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich es noch nicht mit Sicherheit sagen, aber persönlich denke ich, dass wir das auf jeden Fall machen sollten. Ich glaube, wir müssen es einfach machen.”
— Wada Kazuhisa, Producer von Persona 4 Revival
Damit bleibt ein Persona 2 Remake Atlus vorerst eine Absichtserklärung eines verantwortlichen Produzenten, keine Ankündigung. Das ist ein wesentlicher Unterschied: Atlus arbeitet laut Bericht derzeit an zwei Spielen, Persona 4 Revival und Persona 6. Letzteres wird für PC, PlayStation 5, Xbox Series X und Xbox Series S genannt. Unter diesen Umständen ist es nachvollziehbar, dass Kazuhisa keine Details zu weiteren Produktionen liefert.
Persona 2 Remake Atlus müsste zentrale Systeme neu denken
Die Schwierigkeit liegt nicht bloß in alter Grafik oder einer technischen Modernisierung. Das ursprüngliche Persona sowie beide Persona 2-Spiele besitzen nicht das Social Gameplay, das mit Persona 3 eingeführt wurde und erheblich zur heutigen Popularität der Serie beitrug. Das Highschool-Setting existiert zwar in den frühen Spielen, bei Persona 2: Eternal Punishment allerdings wegen einer spezifischen Story-Wendung nicht. Ein Remake müsste also entscheiden, ob es die moderne soziale Struktur nachrüstet oder die Identität der Vorlagen bewusst anders belässt.
Auch spielmechanisch wäre keine einfache Blaupause vorhanden. Dungeon-Crawling gehört zwar zu allen drei frühen Spielen, ihre Combat Systems unterscheiden sich aber deutlich von späteren Serienteilen. Besonders das erste Persona setzt auf zahlreiche Tactical-RPG-Elemente und legt Gewicht auf Positioning. Sein Persona System funktioniert ebenfalls erheblich anders und müsste für eine moderne Umsetzung neu bewertet oder tiefgreifend überarbeitet werden. Ein paar neue Texturen würden hier ungefähr so viel ausrichten wie ein Heilzauber gegen einen Compiler-Fehler.
Die Persona 2-Titel bringen zudem eine eigene, für die Reihe ungewöhnliche Mechanik mit: das Rumors System. Darüber konnten Spieler Realität auf clevere Weise verändern. Gerade diese Verbindung aus düsteren Narrativen und eigenständigen Systemen macht den Reiz der Spiele aus, erhöht aber den Anpassungsaufwand. Atlus stünde vor der Frage, welche Mechaniken modernisiert werden können, ohne ihre Funktion für Handlung und Atmosphäre zu verlieren.
Die Aussage von Kazuhisa ist deshalb bemerkenswert, aber kein Signal für einen unmittelbar bevorstehenden Release. Ein Persona 2 Remake Atlus würde nicht nur eine frühe Ära der JRPG-Reihe optisch auffrischen, sondern müsste Social Gameplay, Combat Systems, Tactical-RPG-Positioning und das Rumors System zu einem stimmigen modernen Gesamtentwurf verbinden. Ob Atlus diesen Aufwand nach Persona 4 Revival und Persona 6 tatsächlich eingeht, bleibt die konkrete offene Frage.


