Die Ära der furchtbaren Videospiel-Verfilmungen scheint endgültig vorbei zu sein – zumindest, wenn man sich die Ambitionen aktueller Produktionen ansieht. Jetzt knöpft sich kein Geringerer als Paul W.S. Anderson den nächsten Sega-Klassiker vor: The House of the Dead Film wird Realität. Während viele beim Namen Anderson sofort an die (zugegeben sehr freien) Resident Evil-Adaptionen denken, scheint er diesmal einen deutlich fokussierteren Ansatz zu wählen. Das Projekt nimmt nun richtig Fahrt auf, denn mit Isabela Merced wurde eine Hauptdarstellerin verpflichtet, die aktuell ohnehin auf jeder Wunschliste in Hollywood steht. Merced hat sich durch ihre Rollen in Alien: Romulus und vor allem als Dina in der kommenden zweiten Staffel von The Last of Us bereits fest im Genre etabliert. Dass sie nun den Sprung in das blutige Universum von The House of the Dead wagt, ist ein klares Statement für die Qualität, die wir hier erwarten dürfen.
Die Story des Films wird sich laut ersten Berichten stark an The House of the Dead 3 orientieren. Wir begleiten die Protagonistin Lisa Rogan (gespielt von Merced), die sich auf die Suche nach ihrem verschollenen Vater macht. Anderson plant dabei einen interessanten Kniff: Der Film soll das Gefühl der Arcade-Automaten einfangen, ohne dabei zur reinen Effekt-Hascherei zu verkommen. Er beschreibt das Projekt als eine Art „Echtzeit-Terror-Erlebnis“, das den Zuschauer direkt in die klaustrophobische Atmosphäre der Curien Mansion und darüber hinaus wirft. Für Fans der Vorlage ist das eine spannende Nachricht, denn die Spiele lebten nie von tiefgründigen Dialogen, sondern von ihrer gnadenlosen Geschwindigkeit und dem markanten Creature-Design. Wenn Anderson eines kann, dann ist es, Videospiel-Ästhetik auf die Leinwand zu bringen, auch wenn er dabei gerne mal die Lore zugunsten der Action verbiegt. Doch mal ehrlich: Bei einem Franchise, in dem man mit einer Lightgun auf mutierte Magier und Kettensägen-Zombies ballert, ist „Gonzo-Action“ genau das, was wir sehen wollen.
Was diesen The House of the Dead Film jedoch von Andersons früheren Werken unterscheiden könnte, ist der Kontext der heutigen Zeit. Wir befinden uns in einer Phase, in der Produktionen wie Fallout oder The Last of Us gezeigt haben, dass man den Kern einer Marke respektieren muss, um sowohl Kritiker als auch Fans abzuholen. Anderson scheint das verstanden zu haben und betont, dass er die kinetische Energie der Spiele beibehalten will. Dass er dafür Isabela Merced ins Boot geholt hat, ist ein genialer Schachzug. Sie bringt die nötige physische Präsenz mit und ist bei der jüngeren Zielgruppe durch ihre jüngsten Erfolge extrem angesagt. Es bleibt abzuwarten, ob der Film den Trash-Faktor der Vorlage (wir erinnern uns alle an die legendär schlechte Synchronisation der alten Teile) bewusst als Stilmittel nutzt oder ob wir einen bierernsten Survival-Horror bekommen. Ein bisschen Camp-Charme gehört zu The House of the Dead einfach dazu, findet ihr nicht auch?
Die Produktion soll bereits in Kürze starten, was bedeutet, dass wir vermutlich schon 2026 mit ersten bewegten Bildern rechnen können. Für Sega ist dies ein weiterer Baustein in ihrer Strategie, alte Marken wieder großflächig in die Popkultur zu drücken – wir warten ja auch immer noch auf Neuigkeiten zu den Verfilmungen von Streets of Rage und Shinobi. Aber mit einem erfahrenen Regisseur und einem aufstrebenden Star wie Merced an der Front könnte der The House of the Dead Film tatsächlich das nächste große Ding für Horror-Fans werden. Jetzt stellt sich nur noch eine Frage an euch: Glaubt ihr, Paul W.S. Anderson fängt den Geist der Arcade-Halle diesmal richtig ein, oder erwartet uns ein zweiter „Uwe Boll-Moment“, den wir lieber schnell wieder vergessen wollen? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare – wir sind gespannt, ob ihr Bock auf Lisa Rogans Rettungsmission habt!


