Hätte Starfield ohne das Bethesda-Logo auf der Packung Traumwertungen kassiert? Bruce Nesmith, Design-Lead von Skyrim, ist sich sicher: Die harte Starfield Kritik ist vor allem ein Resultat völlig überzogener Erwartungen an das Kult-Studio.
Es ist kein Geheimnis: Bethesda hat seit dem Release von Skyrim nie wieder diesen einen, perfekten Moment des gamifizierten Zeitgeists getroffen. Während Fallout 76 sich über die Jahre berappelt hat, kämpft das Weltraum-Epos Starfield auch Monate nach Release noch um die Gunst der Fans. Technisch wirkt es an manchen Ecken angestaubt, spielerisch oft zu sicher. Doch liegt das Problem wirklich im Code oder in unseren Köpfen?
Ein Veteran des Studios meint nun: Wäre das Spiel von einem unbekannten Team gekommen, hätten wir es als Offenbarung gefeiert.
Das „Spiel der Erwartungen“: Fluch und Segen zugleich
Bruce Nesmith kennt den Druck. Als Design Lead von Skyrim hat er erlebt, wie man Erwartungen erfüllt – und wie schwer diese Last wiegt. Im Gespräch mit PressBox PR äußerte er sich nun zur anhaltenden Starfield Kritik und prägte dabei den Begriff „Game of Expectations“.
Bethesda stecke laut Nesmith in einer Zwickmühle. Die Erwartungshaltung der Fans sei über die Jahrzehnte so massiv angewachsen, dass sie kaum noch zu befriedigen ist.
„Bethesda ist in der schlechten Position, dass die Erwartungen so hoch sind, dass sie nicht erfüllt werden können“, erklärt Nesmith. „Lasst uns Starfield betrachten. Nehmen wir an, ein neues Studio hätte Starfield herausgebracht. Ich vermute, man hätte darüber gesprochen wie über das ‘zweite Erwachen’. Aber weil es von Bethesda kam, wurde es anders gesehen.“
Sein Fazit ist deutlich: Starfield sei ein sehr gutes Spiel, nur eben nicht das Spiel, das sich die Leute in ihren Köpfen ausgemalt hatten.
Düstere Aussichten für The Elder Scrolls 6?
Wenn die Starfield Kritik schon hart ausfiel, was bedeutet das dann für die Zukunft? Nesmith sieht Bethesda hier eigentlich in einer besseren Position als beim Weltraum-Ausflug, da man mit The Elder Scrolls 6 und Fallout 5 auf bekanntem Terrain wandert. Die Erwartungen an Skyrim und Fallout 4 seien damals schließlich erfüllt worden.
Trotzdem warnt er vor Naivität. Zusammen mit dem ehemaligen Bethesda Lead Artist Nate Purkeypile sieht er massive Herausforderungen auf das Team zukommen. „Junge, die haben echt was vor sich“, kommentiert Nesmith die Mammutaufgabe, einen würdigen Nachfolger für Skyrim zu bauen. Der Nostalgie-Bonus der Fans ist oft ein zweischneidiges Schwert.
Rettung durch das große „Cyberpunk“-Update?
Ob die Starfield Kritik bald verstummt, könnte von einem angeblichen Mega-Update abhängen. Die Gerüchteküche brodelt aktuell gewaltig: Berichten zufolge soll noch in diesem Jahr ein Patch erscheinen, der dem Spiel eine Generalüberholung im Stil von Cyberpunk 2.0 verpasst.
Die Rede ist von Verbesserungen bei den Ladezeiten, einer überarbeiteten Raumfahrt-Mechanik und weiteren Komfortfunktionen, die von der Community seit Tag 1 gefordert werden. Brisantes Detail am Rande: Diese Überarbeitung soll angeblich zeitgleich mit einem Release für die PlayStation 5 und die kommende Nintendo Switch 2 erfolgen.
Ob das reicht, um enttäuschte Weltraum-Pioniere zurück ins Cockpit zu holen oder ob Bethesda das Potenzial durch fragwürdige Design-Entscheidungen endgültig verspielt hat, wird das Jahr 2026 zeigen.


