Theos Cities of Myth zeigt in einem neuen Gameplay-Trailer, wie eng der Aufbau einer griechischen Metropole mit der Gunst der olympischen Götter verknüpft sein soll. Publisher Dotemu und Entwickler Triskell Interactive haben den ausführlichen Einblick am 11. August 2026 veröffentlicht. Das Städtebau- und Management-Spiel erscheint noch 2026 für PC und will die großen Städtebau-Spiele der 2000er Jahre mit erweiterten Systemen für Einheiten, Religion, Handel und Krieg modernisieren.
Im Zentrum jeder Siedlung steht das „Heiligtum“. Es fungiert als Machtzentrum der gewählten Gottheit und als räumlicher Knotenpunkt, um den die Stadt wächst. Spielerinnen und Spieler müssen Versorgungs- und Vertriebsketten errichten, Gebäude durch Zufriedenheit verbessern und zugleich die Grundbedürfnisse der Bevölkerung abdecken: Nahrung, Wohnraum, Kultur und Unterhaltung. Eine Stadtplanung, die bei der Getreideversorgung patzt, dürfte also nicht einmal Athene mit einem klugen Spruch retten.
Die Wahl der Gottheit ist dabei mehr als reine Tempeldekoration. Wünsche von Göttern wie Ares oder Athene sollen erfüllt werden, um Segnungen und Gaben zu erhalten. Vernachlässigte Anliegen können hingegen göttlichen Zorn auslösen und selbst eine prosperierende Utopie ins Verderben führen. Zugleich können bekannte Philosophen wie Sokrates und Aristoteles in die Stadt gelockt werden. Legendäre Helden und historische Figuren sollen der Siedlung darüber hinaus mächtige Boni verleihen.
Theos Cities of Myth erweitert den klassischen Städtebau
Der Trailer hebt vor allem Mechaniken hervor, mit denen sich Theos Cities of Myth von seinen klassischen Vorbildern absetzen soll. Dazu zählt laut Dotemu eine besonders weitreichende Kontrolle über laufende Einheiten, die durch die Stadt patrouillieren und bei ihren Aufgaben unterstützt werden können. Das adressiert eine traditionelle Schwachstelle vieler historischer Städtebau-Spiele: Wenn wichtige Arbeiter auf ihren Routen hängen bleiben, wird selbst die schönste Agora schnell zur Logistiktragödie.
Neben dem friedlichen Ausbau ist auch militärische Expansion vorgesehen. Spielende können eine Armee aufstellen, um die eigene Bevölkerung gegen benachbarte Rivalen zu schützen oder diese in Echtzeitschlachten zu unterwerfen. Damit kombiniert das Projekt die interne Ökonomie einer Siedlung mit äußerem Konflikt. Alternativ lässt sich die Stadt zu einem Handelsimperium entwickeln, das Ressourcen anhäuft. Ob der militärische und wirtschaftliche Weg gleichwertig ausbalanciert sind, beantwortet der Trailer naturgemäß noch nicht.
Für die Gestaltung übernimmt Triskell Interactive die bereits aus Pharaoh: A New Era bekannten Bauwerkzeuge. Sie sollen auch Genre-Neulingen erlauben, Siedlungen detailliert anzulegen – von großen Tempeln bis zu einzelnen Fußwegen. Hinzu kommen eine intuitive Benutzeroberfläche, dynamische Beleuchtung und eine mythologisch inspirierte Inszenierung des antiken Griechenlands. Geplant sind Abenteuer mit Dutzenden Stunden Spielzeit sowie ein frei gestaltbarer Sandbox-Modus.
Die Ankündigung passt zur bisherigen Spezialisierung des französischen Studios Triskell Interactive. Das 2014 gegründete Team erlangte 2023 mit dem umfassenden Remake Pharaoh: A New Era internationale Anerkennung und veröffentlichte zudem die Steampunk-Städtebau-Reihe Lethis eigenständig. Dotemu, ebenfalls französisch, nennt unter seinen veröffentlichten oder entwickelten Titeln unter anderem Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder’s Revenge, Streets of Rage 4, NINJA GAIDEN: Ragebound, Absolum und Metal Slug Tactics.
Für Theos Cities of Myth ist der neue Trailer damit vor allem eine präzisere Positionsbestimmung: kein bloßes Griechenland-Setting über einer bekannten Städtebauformel, sondern ein System, in dem Glauben, Bürgerbedürfnisse, Bauplanung, Heldenboni, Handel und Echtzeitkonflikte ineinandergreifen sollen. Bis zum PC-Release noch 2026 bleibt offen, wie verlässlich diese vielen Systeme in einer tatsächlich wachsenden Polis zusammenarbeiten.


