Die Nachricht über die überraschende Abreise von David Haddad bei Warner Bros. Games sorgte kürzlich für Aufsehen in der Branche. Wie das Magazin Variety bekanntgab und vom Publisher offiziell bestätigt wurde, endet Haddads fast ein Jahrzehnt dauernde Amtszeit als CEO und seine insgesamt über 20-jährige Karriere bei Warner Bros. Games.
Eine Erklärung veröffentlichte WB Global Streaming-CEO JB Perrette, in der er Haddads Entscheidung erläuterte:
„David hat sehr sorgfältig und bewusst einen Zeitpunkt gewählt, an dem unser Veröffentlichungsplan weniger ausgelastet ist. Dadurch wird die Störung unserer laufenden Projekte und strategischen Pläne minimiert und das Team kann sich reibungslos auf den nächsten Rekordtitel vorbereiten.“
Haddad selbst zeigte sich in seinem Abschiedsstatement stolz auf das Erreichte:
„Ich bin unglaublich stolz auf alles, was wir gemeinsam bei Warner Bros. Games während meiner Zeit im Unternehmen erreicht haben. Es war ein absolutes Vergnügen, an unseren ikonischen Gaming-Franchises zu arbeiten und sie aufzubauen, und ich werde auch weiterhin ein begeisterter Unterstützer der zukünftigen Vorhaben dieses talentierten Teams bleiben. Ich freue mich auf das nächste Kapitel in meiner Karriere und werde immer dankbar sein für meine Zeit bei Warner Bros. Games.“
Hinter den Kulissen wird spekuliert, dass mehrere Faktoren zu Haddads Entschluss beigetragen haben könnten. Einer davon ist der durchwachsene Erfolg von zwei Projekten, die in jüngster Zeit für Gesprächsstoff sorgten. Suicide Squad: Kill the Justice League, entwickelt von Rocksteady, erlitt laut Brancheninsidern einen regelrechten Misserfolg. Trotz großer Investitionen konnte das Spiel weder Kritiker noch Spieler überzeugen und führte zu finanziellen Einbußen für Warner Bros. Games. Ebenfalls ins Gespräch kommt MultiVersus, das zwar zunächst in der Open Beta eine hohe Spielerzahl verzeichnete, langfristig aber hinter den Erwartungen zurückblieb und vermutlich ebenfalls zum Druck auf das Management beitrug.
Diese Entwicklungen stehen allerdings im Kontrast zu einem der größten Erfolge von Warner Bros. Games der vergangenen Jahre. Mit Hogwarts Legacy gelang Avalanche Software ein globaler Verkaufsschlager, der sich zum meistverkauften Spiel 2023 entwickelte – und das in einem Jahr voller hochkarätiger AAA-Releases. Eine Fortsetzung soll sich bereits in Produktion befinden und könnte, wie aus Branchenkreisen zu hören ist, Live-Service-Elemente beinhalten. Gleichzeitig kursieren Gerüchte über eine Zusammenarbeit mit Rocksteady für eine „Definitive Edition“, die das Spielerlebnis noch weiter ausbauen soll.
Über die Nachbesetzung auf Haddads Posten und künftige strategische Ausrichtungen von Warner Bros. Games liegen bislang keine konkreten Informationen vor.


